Was ist ein ätherisches Öl?

ÄTHERISCHE ÖLE,

die auch als Duftstoffe der Pflanzen bezeichnet werden, sind aromatische, flüchtige (ätherische) Kohlenwasserstoff-Verbindungen, die die Pflanze aus Licht, Wasser, Erde und Luft, also den vier Elementen unserer Welt erzeugt.
Die Anwendung von ätherischen Ölen ist keineswegs eine Erfindung der Neuzeit, sondern geht bis in die Zeit um 3000 v.Chr. zurück, denn vermutlich wurden schon damals Blüten und Kräuter destilliert um Hydrolate zu gewinnen. In der Bibel gibt es ca. 200 Hinweise auf die Verwendung von Aromastoffen wie Balsam, Weihrauch, Myrrhe, Zimt und Rosmarin für religiöse Rituale und zur Bekämpfung von Krankheiten.
Rund 4000 Jahre später wurde die Destillation von den Arabern neu entdeckt und im Mittelalter dann weiterentwickelt. Bekannt ist heute, dass der berühmte »Duft« am französischen Königshof nicht nur unangenehme Gerüche überdecken sollte, sondern die Parfüms haben vermutlich vor mancher Epidemie geschützt. Die persönliche Erfahrung des französischen Arztes Jean Valnet, dass Lavendelöl bei einer großflächigen Verbrennung rasche Heilung bringt, ließ die Verwendung von ätherischen Ölen nicht nur im Zweiten Weltkrieg mangels Medikamenten wieder aufleben, sondern auch im medizinischen Alltag. Seit Ende der 1980er Jahre wird die Aromatherapie – dieser Begriff wurde ebenfalls von Jean Valnet geprägt, europaweit wiederbelebt. In den USA sowie in Japan und Australien gilt es als »neue« Methode, Krankheiten und andere Beschwerden mit ätherischen Ölen zu heilen.

WAS MACHT EIN ÄTHERISCHES ÖL SO WIRKUNGSVOLL?

Chemisch betrachtet sind ätherische Öle sehr komplex und bestehen aus Hunderten von verschiedenen chemischen Verbindungen, die nur in ihrer Kombination therapeutische Eigenschaften besitzen. Sie sind hoch konzentriert und viel effizienter als getrocknete Kräuter. Es ist der Destillationsprozess, der die Öle so konzentriert macht. Man benötigt oft mehr als eine ganze Pflanze, um einen einzigen Tropfen Öl zu gewinnen.
Ätherische Öle und das menschliche Blut teilen einige Gemeinsamkeiten: Sie bekämpfen Infektionen, enthalten Hormon- ähnliche Verbindungen und regen den Regenerationsprozess an. In der Pflanze hat das ätherische Öl eine beschützende, lebenserhaltende, beruhigende und regenerierende Funktion. Die Pflanzen wehren sich mit seiner Hilfe erfolgreich gegen Bakterien, Pilze und Viren. Sie wehren Angriffe von Insekten und anderen Tieren ab.
Die Ähnlichkeit geht aber noch tiefer. Die chemische Struktur ätherischer Öle ähnelt der, menschlicher Zellen. Das macht ätherische Öle austausch-bar mit menschlichem Protein und ermöglicht ihnen, leicht vom Körper erkannt und akzeptiert zu werden. Somit haben ätherische Öle die einzigartige Fähigkeit die Zellwände zu durchdringen und sich im Blut und Gewebe auszubreiten. Die einzigartige, fettlösliche Struktur der ätherischen Öle ist sehr ähnlich mit dem Aufbau unserer Zellmembranen. Die Moleküle von essentiellen Ölen sind außerdem sehr klein, was ihre Fähigkeit in die Zellen einzudringen noch verbessert. Wenn sie äußerlich aufgetragen werden, breiten sie sich innerhalb weniger Minuten im gesamten Körper aus.

WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Die Forschung zeigt, dass die komplexe chemische Zusammensetzung ätherischer Öle die Vernichtung von Bakterien und Viren begünstigt bzw. deren Ausbreitung verhindert, da Mikroorganismen in der Gegenwart derart vieler unterschiedlicher antiseptischer Bestandteile, Sauerstoff und negativer Ionen weder mutieren noch überleben können.
Daher spielen sie in der Luftreinigung und der Neutralisation von Gerüchen eine große Rolle. Wegen ihrer ionisierenden Wirkung haben ätherische Öle die Fähigkeit schädliche Chemikalien zu zerstören und unschädlich zu machen.
Durch Einatmen gelangen ätherische Öle in unser limbisches System und können über einen Reiz-Reaktions-Mechanismus unseren Körper beeinflussen, Wohlbefinden auslösen und damit Heilungsprozesse unterstützen. Geruch löst die Produktion neurochemischer Stoffe (Neurotransmitter, Antikörper, Endorphine und Enzyme) aus, die Einfluss nehmen auf unsere Hormonproduktion, unsere Stimmung und unsere Emotionen. Die Duftmoleküle werden über das Blut innerhalb von Minuten in den gesamten Körper transportiert, verstoffwechselt und binnen einiger Stunden wieder ausgeschieden. Aus diesem Grund ist es ratsam, nur mit naturreinen Substanzen zu arbeiten. Laut ORAC-Test, durchgeführt an der Tufts Universität, Medford, MA, gehören sie zu den wirkungsvollsten natürlichen Antioxidantien. Öle, die Limonene enthalten, haben erwiesenermaßen das Fortschreiten von Krebs unterbunden und verlangsamt. Andere Öle wie Lavendel haben gezeigt, dass sie das Wachstum der Haare unterstützen und den Grad der Wundheilung erhöhen. Eine sehr wichtige Tatsache ist, dass ätherische Öle aufgrund ihrer Komplexität die natürliche Balance des Körpers nicht stören - wenn ein Inhaltsstoff zu einem zu starken Effekt führt, blockiert oder unterdrückt ihn ein anderer Bestandteil. Synthetische Chemikalien im Gegensatz haben für gewöhnlich nur einen Ablauf und stören auch oft das Gleichgewicht des Körpers.